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Gewalt in Computerspielen

Nach schrecklichen Ereignissen wie dem Amoklauf in Erfurt beginnt zwangsläufig nach dem ersten Schock auch die Suche nach Schuldigen. Das soziale Umfeld wird abgegrast, psychische Auffälligkeiten unter die Lupe genommen. Und gerade bei Bluttaten von Jugendlichen landet man auch bei der Rolle der elektronischen Medien. Der blinden Zensurforderung deutscher und ausländischer Politik ist bisher jedoch nie eine detaillierte Analyse vorausgegangen. Zu schnell findet man in Computerspielen wie 'Quake' einen Schuldigen, ebenso wie in gewalttätigen Filmen und aggressiver Musik. Doch diese Medien existieren in dieser Form noch nicht sehr lange und so betritt man neues Terrain bei der Untersuchung. Dieser Text soll weder ein Psychogramm potentieller Täter sein, noch wissenschaftliche Korrektheit bieten, das wäre unmöglich. Aber er soll sachlich und nüchtern die Fakten darstellen, aus denen sich dann jeder selbst seine Schlüsse ziehen kann.

Betrachtet man die Meinungen in den Foren und Kommentarsystemen von Webseiten wie planetquake.de, so ist die einhellige Meinung fast immer, dass Ego-Shooter im Allgemeinen und Quake im Speziellen keinerlei Einfluss auf solche Taten haben. Man sei selbst ja auch normal und auch auf LAN-Partys gehe es doch immer friedlich zu. Und in der Tat ist die Theorie, allein durch das Spielen von 'Quake' würde man zu einem Mörder, absolut nicht haltbar. Zu frappierend sind die Unterschiede, zu deutlich die Grenze zwischen Spiel und Realität. Doch betrachtet man hier den Querschnitt eines normalen Menschen. Was ist mit sozialen Grenzfällen?

1994. Ein 17-Jähriger rasiert sich eine Glatze, setzt sich eine Sonnenbrille auf und tötet seine Stiefmutter und desen Tochter. Sein Vorbild: Woody Harrelson und seine Rolle in 'Natural Born Killers'. Auf keinen Fall war dieser Film ein Auslöser oder vielleicht gar die grundsätzliche Ursache für diesen Doppelmord, aber hier steht ein Film in direkter Verbindung mit einem realen Mord. Wäre dieser genauso blutig ausgegangen, wenn der Jugendliche nicht durch das Medium 'Film' beeinflusst worden wäre?

Doch zurück zu den Computerspielen. Am 1. Dezember 1997 betritt ein 14-Jähriger mit einer Pistole eine Schule in Paducah, Kentucky und tötet 3 Schüler, 5 werden schwer verletzt. Die Polizei findet dabei heraus, dass der Junge erst am Vortag die Pistole seinem Vater entwendet hat und nur ein paar Übungsschüsse abgegeben hat. In der Schule feuert der Junge acht Schüsse ab - und landet acht Treffer, fünf davon in den Kopf, der Rest in den Oberkörper. Der Militärpsychologe David Grossmann hat in einem im Jahr 2000 veröffentlichen Werk diese Tat als höchst erstaunlich bezeichnet. Und er zieht einige sehr interessante Vergleiche: Im amerikanischen Bürgerkrieg waren die Waffen eines Regiments im Durchschnitt in der Lage, fünfhundert bis eintausend Mann pro Minute zu töten. Tatsächlich fielen damals etwa 1-2 Soldaten in der gleichen Zeitspanne. Zudem fand man nach der Schlacht zu 90% geladene Waffen, ein weiteres Indiz dafür, dass die Soldaten damals eine Hemmmung hatten, einen anderen Menschen zu töten. Im Zweiten Weltkrieg war dasselbe Phänomen bei den amerikanischen G.I.'s zu beobachten - das Training mit Plastescheiben kann nicht auf das Töten eines echten Menschen vorbereiten. Der Fall in Paducah beweist jedoch, dass sogar ein noch sehr junges Kind kaltblütig in der Lage war zielgerichtet auf acht Menschen zu zielen - sogar in den Kopf.

In diesem Zusammenhang sollte man wieder auf die Medien zurückkommen. Im TV sehen wir Tag für Tag Morde - sei es nun in Filmen oder real in den Nachrichten über den Israel-Palästina-Konflikt. Auf dem Computermonitor töten wir bewusst; ein Frag bringt Punkte. In Spielen wie 'Unreal Tournament' oder 'Counter-Strike' wird das Töten per Kopfschuss sogar belohnt. Die Parallelen sind nicht wegzuwischen. Letztendlich bewirkt das Fernsehen und das Kino ein passives Abstumpfen gegenüber Gewalt. Das Töten eines Menschen auf der Mattscheibe wird als normal empfunden, mittlerweile empfindet man nur bei Gräueltaten wie am 11.9. noch Entsetzen. Am Computer selbst geschieht das nun aktiv. Man schaut nicht nur einem Menschen zu, man wird selbst in die Rolle des Tötenden versetzt und dafür belohnt, andere Wesen umzubringen. Auch hier sinkt zwangsläufig die Hemmschwelle.

An dieser Stelle mag sich der Leser fragen "Junge, du spielst doch aber auch Quake und so Zeugs." Das ist korrekt. Und an diesem Punkt versagen auch die Analysen selbsternannter Medienkritiker, die ihren heiligen Kreuzzug gegen die Computerspiele fahren. Ich und tausende andere Computerspiele stehen normal im Leben und realisieren, dass die Gewalt in Quake virtuell ist. Unsere Hemmschwelle wird möglicherweise auch gesenkt, aber in einem meiner Meinung nach nicht beängstigenden Maß. Wir können am Monitor töten und behalten dennoch die ntürlich Hemung, im realen Leben jemand zu töten. Denn gehen wir mal in uns, einen echten Menschen zu töten, könnte niemand von uns stumpfsinnig vollbringen. Doch gibt es Menschen, die bereits psychisch einen Knacks haben und sozial ausgegrenzt werden oder was auch immer für Probleme haben. Diese Leute sind vielleicht anfälliger für Gewalt durch Medien und sie finden ihre Bestätigung dann unter anderem auch in Computerspielen. Sie gewinnen an Kaltblütigkeit und wenn sie ihren Amoklauf dann in die Tat umsetzen, wird diese gesenkte Hemschwelle zum Verhängnis. Man darf das keinesfalls falsch verstehen, Amokläufe gab es schon immer und wird es immer geben. Sie selbst sind keine Anzeichen für eine 'kranke Gesellschaft'. Aber es ist die Brutalität und Kaltschnäuzigkeit heutiger Amokläufe, speziell dem Littleton-Massker, dem oben erwähnten Paducah-Shooting und auch der Bluttat in Erfurt, die beunruhigen sollte. Und dabei darf man nicht von sich ausgehen, darf nicht einzig die Auswirkungen auf einen selbst betrachten (die sich wie oben erwähnt in normalen Grenzen halten), sondern die Auswirkungen auf labile Menschen.

Wie anfangs erwähnt, kann und will ich keine Lösung einbringen, dazu haben wir hellere Köpfe. Der blinde Aktionismus unserer Politiker verdammt jedoch gleich jeden Computerspieler zum potentiellen Amokläufer und auch die öffentliche Meinung wird sich von dem nicht wesentlich unterscheiden. Verantwortungsvoller Umgang mit den Medien und Computerspielen sollte jedoch die Richtlinie sein. Eins ist klar, wir befinden uns in einer Spirale der Gewalt. Abstumpfende Inhalte und die Verrohung in Computerspielen (ich will hier nur mal dezent 'Soldier of Fortune' erwähnen) wirken immer senkender bezüglich der Hemmschwelle. Nicht zwingend auf die überwiegende Mehrheit von uns, als vielmehr auf einzelne Individuen. Allein aus gesundem Menschenverstand sollten wir uns daher fragen, ob die übertriebende Gewaltdarstellung in 'Quake' oder 'Soldier of Fortune' wirklich nötig ist, oder ob sie nicht reine Triebkraft für einzelne Amokläufer ist.

Ich brauche keine Headshots, ich brauche kein Blut, keine rumfliegenden Gedärme, kein Zerplatzen von Leichen, keine Todesschreie - weder im Fernsehen, noch auf dem Monitor.

Kellermensch


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