Hi, und zwar... heute vor einer Woche ist mein MacBook angekommen. Im Kommerzeil-Thread wurde ich um ein paar Eindrücke gebeten. In meinem Fall handelt es sich um das kleinste reguläre Gerät, will heißen:

1,1 GHz Intel Core-M
8 GB RAM
256 GB SSD
Space Grau


Tastatur
Die überarbeitete Tastatur hat mich schon bei der Ankündigung sehr neugierig gemacht – gleichzeitig war sie aber auch mein größtes Bedenken. Mit einer ordentlichen Tastatur steht und fällt für mich der Spaß am Gerät... Hier war ich aber vom ersten Tag an sehr angetan. Die Tasten legen beim Anschlag einen minimalen Weg zurück, dafür ist der Druckpunkt ziemlich knackig. Man merkt also exakt, wann sie auslösen. Ganz geräuschlos ist die Tatatur dabei nicht; Zwar jetzt kein Vergleich mit einem IBM Model M oder den Cherry Blue Keys... aber in einem leisen Umfeld könnte es empfindliche Menschen eventuell stören.
Speziell wegen dem extrem kurzen Weg würde ich die Tastatur jetzt allerdings trotzdem unter "Geschmackssache" verbuchen. Mir gefällt sie zwar aktuell so gut, dass ich mein normalerweise verwendetes externes Keyboard zur Seite gelegt habe – aber sollte sie (in genau dieser Form) zum neuen Apple-Standard in allen Geräten werden, gibts bestimmt auch eine Teilmenge an unglücklichen Nutzern.

Trackpad
Dank ForceTouch bringt auch das Trackpad eine kleine Neuerung mit. Hier kann man garnicht viel zu schreiben, außer dass die Illusion wirklich gut funktioniert. Man hört den Klick und irgendwie fühlt es sich auch so an als wäre er da... Und wenn man weiter/doller klickt kommt man an den zweiten Druckpunkt. Die mit diesem festen Druck auszulösenden Funktionen sind aber eher im Gimmick-Bereich. Von daher lässt sich im Wesentlichen festhalten: Das gute Trackpad ist durch die Abschaffung des physikalischen Klicks zumindest genauso gut geblieben. Ist ja auch was feines.

Leistung
Das MacBook ersetzt in meinem Fall ein 15" MacBook Pro Retina von 2012 (also aus der ersten Generation). Leistungsmäßig ist das natürlich ein ordentlicher Einschnitt - nicht zuletzt da das alte Gerät über eine dedizerte Grafikkarte (GeForce GT 650M) verfügte. Mein Kaufgrund war allerdings schon damals überwiegend das Display - weniger die Leistung. Gespielt wurde am Ende des Tages doch nicht auf dem Gerät, von daher seis drum.
Einzig den halbierten Arbeitsspeicher werde ich vielleicht merken. Aber die ursprünglich 16GB hab ich im Wesentlichen durch offene Tabs in Safari und Chrome gefüllt... Hier hilft vielleicht einfach etwas Selbstdisziplin.
Achja, gelegentlich werfe ich mal eine Windows VM an, um ein bisschen Java-Kram zu machen (bei dem Patchzyklus will ich das nicht im Haupt-System haben) oder um mal ein Visio zu benutzen. Bisher konnte ich da keine Einschränkungen durch den Core-M feststellen.

Bildschirm
Von 15 auf 12 Zoll ist natürlich ebenfalls eine Umstellung. Gerade an den ersten beiden Tagen hab ich viel mit den skalierten Auflösungen experimentiert und kurzzeitig sogar gedacht, das MacBook war 'ne blöde Idee...
Auf dem MBP hab ich den Standard (best for retina) verwendet, was optisch einer Auflösung von 1440x900 entspricht - und damit genau der Hälfte der nativen Auflösung von 2800x1800.
Beim MacBook ist das etwas anders: Die Standardauflösung entspricht optisch 1280x800 - macht dabei aber schon von der Bildschirmskalierug in OS X gebrauch (ähnlich wie beim iPhone 6 Plus). Teilt man die native Auflösung von 2304x1440 durch zwei, kämen sonst nur 1152x720 zustande. Diese Variante lässt sich zwar ebenfalls wählen, aber dann wirds tatsächlich etwas Eng auf dem Desktop.
Wen die Standardauflösung ebenfalls in Bedrängnis bringt, der kann auch noch einen Schritt nach oben gehen und landet dann wieder bei 1440x900. Das war mir im Endeffekt dann aber doch zu klein von der Darstellung. Somit bin nach einigem hin und her beim Default hängengeblieben und nachdem ich mich ein paar Tage lang umgewöhnt hab, stören mich auch die 12 Zoll nicht mehr.

USB-C
Ein Port sie zu knechten... Ne mal im Ernst. Mit viel Amusement hab ich die ganzen Hasstiraden in diversen Tech-Foren verfolgt. Wer das MacBook kauft, sollte von vorn herrein wissen, worauf er sich einlässt (und dass es für Kabel-Freunde selbst bei Apple noch diverse Alternativen gibt).
Zuhause hab ich aus bequemlichkeit mein Equipment (Funkempfänger für Trackball + externes Plattenhäuse) über einen USB-Hub angeschlossen. Dieser wird demnächst durch den auf Kickstarter angeleierten Hub+ ersetzt, der damit sowas wie eine DockingStation ist.
Unterwegs hab ich gelegentlich mal einen Beamer an Book. Die Multiport-Adapter von Apple schreien förmlich nach Präsentation, können sie doch das Netzteil durchschleifen und bieten neben VGA bzw. HDMI noch einen USB-A-Port für Sticks oder Presenter. Mit 89 Schleifen sind mir die aber zu Teuer, daher landet in meiner Tasche zukünftig ein USB-C auf VGA Adapter für 35€. Mein Netzteil nehme ich eh nie mit und auf einen Presenter kann ich verzichten.

Ansonsten noch ein Schmankerl am Rande: Die Akkulaufzeit der MacBooks ist ansich ja eh schon ziemlich ordentlich. USB-C bringt aber noch zusätzlich den Vorteil, dass sich das Gerät (passendes Kabel vorausgesetzt) mittels USB-Powerbank aufladen lässt. Somit lassen sich auch Zeiten größer 9 Stunden unabhängig der Steckdose mit geringen finanziellen Mitteln bewerkstelligen...



Das soll es dann mal gewesen sein.
Aber wenn's noch Fragen gibt, dann immer her damit!